Neue Industriearbeit

Neue Formen von Industriearbeit – Herausforderungen und Folgen neuer Produktionssysteme

Hintergrund/Problemstellung

Hintergrund des Projektvorhabens ist der generelle Befund, dass seit einigen Jahren in der Industrie eine intensive Auseinandersetzung über die Verbreitung Ganzheitlicher Produktionssysteme (GPS) stattfindet. Mit der Einführung von GPS sollen Prozesse systematisch und übergreifend zugleich standardisiert und flexibilisiert werden. Es wird davon ausgegangen, dass mit der Einführung dieses Konzepts betriebliche Reorganisationsprozesse einen neuen Schub erhalten, indem in den Unternehmen versucht wird, bisherige Einzelansätze der Rationalisierung in ein Gesamtkonzept zu überführen. In arbeits- und industriesoziologischer Perspektive ist es vermutlich nicht überzogen, von einem neuen Rationalisierungsparadigma zu sprechen.

Zielsetzung

Das Projektvorhaben richtet sich auf eine vertiefende qualitative Analyse der Voraussetzungen, Einführungsprozesse und Arbeitsfolgen ganzheitlicher Produktionssysteme. Angenommen wird, dass sich die Arbeitssituation der Beschäftigten auf den unterschiedlichsten Ebenen – von Produktionsarbeit bis hin zu Angestelltenarbeit – deutlich verändert. Es können widersprüchliche Konsequenzen vermutet werden: Einerseits sollen durch Standardisierung Tätigkeiten vereinfacht werden, andererseits wird mit dem Konzept auf eine verstärkte Partizipation der Mitarbeiter abgestellt. Begleitet wird diese Entwicklung möglicherweise von einem nachhaltigen Wandel der Führungskonzepte. Grundsätzlich soll sich daher der Fokus der Analyse nicht nur auf die Produktion im engeren Sinn, sondern auch auf der Produktion vor- und nachgelagerter Prozesse des Engineerings, der Entwicklung und der Administration richten.

Methodisches Vorgehen

Empirische Basis des Projektes sollen Fallstudienanalysen der Einführung und der Auswirkungen Ganzheitlicher Produktionssysteme in Industrieunternehmen sein.   Projektpartner Aufgrund seiner breit angelegten Fragestellung wird das Vorhaben im Kontext einer interdisziplinären Projektkooperation zwischen Industriesoziologie und Ingenieurswissenschaften durch die Lehrstühle Wirtschafts- und Industriesoziologie und Arbeits- und Produktionssysteme der TU Dortmund bearbeitet.

Ergebnisse

Insgesamt bezieht sich das vorliegende Vorhaben konzeptionell auf die laufende sozialwissenschaftliche Debatte um die Zukunft von Arbeit und will hierzu einen substantiellen und weiterführenden Beitrag liefern. Vor dem Hintergrund der Fallstudienergebnisse sollen somit verallgemeinerbare Erkenntnisse zu den Einführungsprozessen, Arbeitsfolgen und arbeitspolitischen Konsequenzen der Einführung von GPS gewonnen werden. Auf dieser Basis strebt das Projekt einen empirisch fundierten Beitrag zur sozialwissenschaftlichen Debatte über die Entwicklung von Industriearbeit in der Wissensgesellschaft an.  

Laufzeit: Mai 2012 bis September 2014

Förderung

 

Hans-Böckler-Stiftung
Hans-Böckler-Straße 39
40476 Düsseldorf

Telefon: +49 211 7778 0
Telefax: +49 211 7778 120

E-Mail: zentrale[at]boeckler.de
Internet: www.boeckler.de

 

Lehrstuhl Wirtschafts- und Industriesoziologie (Projektleitung)
Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen (Projektleiter)
Dr. Jörg Abel
Dr. Peter Ittermann

LS Wirtschafts- und Industriesoziologie
Technische Universität Dortmund – WISO Fakultät
Otto-Hahn-Str. 4, 44221 Dortmund
Tel.: 0231/755-3715
Fax.: 0231/755-3280
E-Mail: hartmut.hirsch-kreinsen@tu-dortmund.de
E-Mail: joerg.abel@tu-dortmund.de
E-Mail: peter.ittermann@tu-dortmund.de

 

Lehrstuhl für Arbeits- und Produktionssysteme (Kooperationspartner)
Prof. Dr.-Ing. Jochen Deuse
Dipl.-Wirt.-Ing. Marlies Steffen 

Lehrstuhl für Arbeits- und Produktionssysteme
Technische Universität Dortmund - Fakultät Maschinenbau
Leonhard-Euler-Str. 5, Gebäude MB I, 44227 Dortmund
Tel.: 0231/755-2652
Fax: 0231/755-2649
E-Mail: sekretariat.aps.mb@tu-dortmund.de
E-Mail: marlies.steffen@tu-dortmund.de